Siehe auch: Batterieverordnung
In Nickel-Cadmium-Zellen wird in einem basischen Elektrolyt (meist Kalilauge) an der Anode metallisches Cadmium zu Cadmiumhydroxid oxidiert und gleichzeitig an der Kathode dreiwertiges Nickel-Oxid-Hydrat zu zweiwertigem reduziert. Grob vereinfacht ergibt sich die Gesamtreaktion:
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Typische Leistungsdaten und Verwendung
Zellen-Klemmenspannung: 1,2 Volt
Lebensdauer in Ladezyklen: 1.000 bis 1.500 (2.000)
Verwendbar in Umgebungstemperaturen: (-40°C) -30°C bis +50°C (+70°C)
Typische Energiedichte: 50 - 70 Wh/kg (theoretisch ca. 240 Wh/kg)
Typische volumische Energiedichte: 130 Wh/l
Typische Leistungsdichte: 150 - 200 W/kg
Typische Selbstentladung: innerhalb 3 Monaten auf 20% Restkapazität
Nachteilig sind die recht hohe Selbstentladung, die relativ starke Anfälligkeit für den sogenannten Memory-Effekt sowie die Toxizität des Cadmiums.
NiCd-Zellen haben äußerst vielseitige Einsatzgebiete: Einzelne Kleinzellen finden sich millionenfach in den verschiedensten Geräten wie Taschenlampen, tragbaren Telefonen oder CD-Playern. Konfektioniert in Akku-Packs (Power-Packs) werden sie als Energiequelle in Handys, Notebooks oder Akku-Schraubern verwendet. Als Plattenakkumulatoren mit Spitzenströmen von 500-1.000 Ampere werden sie beispielsweise in der Luft- und Raumfahrt, als Antriebsbatterien für Flurfahrzeuge oder als Starterbatterien in sehr kalter Umgebung eingesetzt.
Geschichtliche Entwicklung
Der Nickel-Cadmium-Akkumulator ist das erste System, das sich nach dem bereits früher realisierten Bleiakkumulator in großem Stil durchsetzen konnte. Neu war damals nicht nur die Wahl der Elektrodenmaterialien, sondern vor allem das Prinzip des alkalischen Elektrolyts. Indem dieser Elektrolyttyp lediglich als Ionenleiter dient und an den chemischen Reaktionen in der Zelle selbst nicht teilnimmt, unterliegt er kaum Veränderungen, was sich positiv auf die Alterungsprozesse des Akkumulators auswirkt.
Seit 1950 werden Nickel-Cadmium-Akkumulatoren auch in gasdichter Ausführung hergestellt, wodurch sie wartungsfrei werden und die Lebensdauer erhöht wird. Als Überladeschutz ist auch in den gasdichten NiCd-Zellen ein Sicherheitsventil eingebaut.
Entwickelt wurde der Nickel-Cadmium-Akkumulator um 1899 durch den Schweden Waldemar Jungner (1869 - 1924).
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